Standarisierte Größen von PV-Modulen: Wie sieht die Zukunft von Photovoltaik aus?

Chinesische Hersteller wollen Standardgrößen

Bislang hing die Größe von PV-Modulen vom jeweiligen Hersteller ab. Der ungefähre Standard liegt bei 1,70 m Länge und 1,10 m Breite. Der Größenunterschied bei den Herstellern war hier meistens recht gering. Unter dem Namen: „Photovoltaic Module Dimension Standardization Seminar Group“ wollen neun der größten chinesischen Photovoltaik-Hersteller nun ein Standardisierungsgremium einberufen. Die Hersteller Astronergy, Canadian Solar, DAS Solar, JA Solar, Jinko Solar, LONGi, Risen Energy, Trina Solar du TW Solar haben sich bereits untereinander auf eine Standardgröße geeinigt. Mit dem Gremium wollen sie auch andere Hersteller von dem neuen Standard überzeugen.

 

2 Meter lange PV-Module

2,382 x 1,134 m soll die neue Standardgröße von PV-Modulen sein. Ebenso sollen einheitliche Abstände für Befestigungslöcher eingeführt werden: Die Befestigungslöcher an der langen Seite des Moduls sollen von der Mitte aus gesehen 400, 790 und 1400 mm Abstand je Lochpaar haben. Die Leistung der Module wird im Bereich von über 500 Watt Peak sein. Zusätzlich sollen die Module der Serien 182 und 210 den Spezifikationen der „T/CPIA 0003-2022 Technical Specification for Crystalline Silicon Terrestrial Photovoltaic Module Dimensions and Mounting Holes“ entsprechen. Dieses Dokument wurde von der China Photovoltaic Industry Association (CPIA) ausgestellt.

Grund für diese Standardisierung sind vor allem der aktuelle Fertigungsaufwand und Abfall, der bei der Produktion von bisherigen Größen produziert wird. Die festgelegte Größe erschließt sich aus den Maßen aktueller Wafer. Bei Wafern handelt es sich um das Ausgangsprodukt, dass für die Herstellung von Solarmodulen verwendet wird. Jinko Solar schreibt: „The new generation of rectangular silicon wafers defines an important technological direction for the industry, offering increased module power, optimized container utilization and reduced system costs”. Die angepassten Maße werden sich positiv auf die Leistung des Moduls, Containernutzung und Systemkosten auswirken. Außerdem entsteht weniger Abfall und damit auch weniger Belastung für die Umwelt.

 

Transport

Die neuen Maße sollen Vorteile bei dem Transport der Module mit sich bringen. Bei einem 40-Fuß-Container passen genau 10 Module auf die Grundfläche. Somit ist der Transport zum Händler, also auch zu der GreenCluster GmbH kein Problem. Benachteiligt wird allerdings der Transport für Privatpersonen, die bisher Module mit dem PKW oder Anhänger abgeholt haben. Die neuen Größen würden nicht mehr in ein Auto passen und auch bei kleineren Anhängern würde der Transport sich schwierig gestalten. Dadurch könnte ein weitaus größerer Aufwand für den Endkunden entstehen.

 

Situation in Deutschland

Aktuell kommen PV-Module über zwei Metern in Deutschland hauptsächlich in Freiflächenanlagen zum Einsatz. Das liegt an dem Länderabhängigen deutschen Baurecht. Jedes der 16 Bundesländer hat eigene Technische Baubestimmungen definiert. Die Bauordnungen aller Bundesländer findet ihr hier.

Laut aktuellen Technischen Baubestimmungen dürfen Module über zwei Meter nicht ohne Zulassung auf dem Hausdach verbaut werden. Es gilt allerdings kein Verwendungsverbot. Der Aufwand ist lediglich höher, da für die Verwendung ein „bauaufsichtlicher Verwendbarkeitsnachweis“ benötigt wird. Es gibt bereits erste Änderungsvorschläge für die aktuellen Baubestimmungen. Das Deutsche Institut für Bautechnik hat bereits einen Entwurf eingereicht, um die Grenze auf drei Quadratmeter zu erhöhen. Wird dieser Entwurf umgesetzt, ist auch kein Verwendbarkeitsnachweis mehr für das Verbauen von größeren Modulen notwendig.

 

Stellungnahme der GreenCluster GmbH

Besonders für unsere DIY-Kunden empfinden wir die neuen Standardgrößen noch als bedenklich. Selbst wenn die Baubestimmungen angepasst werden, wird es immer noch zu Transportproblemen bei der Abholung kommen. Es ist aber davon auszugehen, dass auch weiterhin Module, die für private Haushalte geeignet sind, hergestellt werden.

Um Unstimmigkeiten und Probleme zu vermeiden, unterstützen wir gerne bei der Beladung eurer Ware und stehen euch zur Beratung zur Verfügung.

 

Quellen:

https://www.heise.de/news/Laenger-und-breiter-Chinesische-Hersteller-standardisieren-Groesse-von-PV-Modulen-9221730.html

https://www.jinkosolar.com/en/site/newsdetail/1955

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